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Aikido


Alle Aikido Techniken beginnen und enden mit der Grundregel des Nicht-Streitens. Wir wollen in der Lage sein, in unseren täglichen Leben und in allen Situationen ruhig zu bleiben. Aikido lehrt das Nicht-Streiten, indem es die Idee eines Konflikts in unseren Herzen sowie in den Herzen der Anderen beseitigt.

Wenn Sie körperlich kämpfen um eine Person zu werfen, agieren Sie mit einem kämpfenden Geist. Ein Kampf ist an ein Resultat gebunden. Wenn Sie jedoch den Geist einer Person bewegen, folgt deren Körper freudig. Indem Sie ihren Geist führen, vermeiden Sie Konflikt und Kollision. Sie führen sie zu einem Platz, an den sie bereits zu gehen beschlossen hat. Die Bewegungen und Techniken im Aikido sind entspannt und natürlich. Teils alleine, teils mit Partnern trainiert, helfen sie uns die Einheit von Geist und Körper tiefer zu verstehen und zu entwickeln, und die gesamte Kraft von vereintem Geist und Körper nutzen zu lernen - zunächst auf der Matte, und letztendlich in unseren täglichen Leben.

Übungen mit Bokken (Holzschwert) und Jo (Stock) helfen zusätzlich, unser Körpergefühl weiter zu verfeinern.

Das Nicht-Kämpfen im Aikido soll nicht lediglich ein Ideal der Aikido-Übenden sein, sondern in den Techniken selbst zum Ausdruck kommen; diese lassen Harmonie und Schönheit erkennen, und sind gleichzeitig besonders effektiv. Das ist nur möglich, wenn die Entwicklung und Anwendung der Einheit von Geist und Körper tatsächlich geübt wird. So können die Übenden den Geist des Nicht-Streitens entwickeln und sich nach und nach von ängstlichen, zornigen oder überhaupt negativen Gefühlen unabhängig machen. Welches sind nun die verschiedenen Elemente unseres Aikido Trainings?

»Hitori Waza: Übungen ohne Partner.
Viele der darin enthaltenen Bewegungen finden wir in den Kumi Waza (Partnerübungen) wieder.

»Ukemi Waza: Roll- und Fallübungen

»Kumi Waza: Hier lernen Uke (Angreifer/in) und Nage (Angegriffene/r) gemeinsam Basistechniken, Feinheiten, Neuheiten und fortgeschrittene Techniken, ohne in Konkurrenz zueinander zu treten. Fortgeschrittene und Anfänger trainieren zusammen, da beide voneinander lernen können.

»Taigi: Vorführung einer Folge von Angriffen und Shin Shin Toitsu Aikido Techniken zweier (oder mehrerer) Partner mit Ki. Darstellung der Einheit des Geistes und des Körpers durch die harmonische, rhythmisch fließende Präsentation.

»Bokken Waza, Jo Waza: Übungen mit dem Holzschwert bzw. Stock. Hier unterscheiden wir zwischen
»»Kata: Form, d.h. festgelegte Abfolge von Techniken, üblicherweise ohne Partner. Manchmal jedoch wird ein Übungspartner hinzugezogen, um bestimmte Abläufe und deren Bedeutungen einsichtiger zu machen.
»»Bokken Suburi: Wiederholungs-Übungen mit dem Holzschwert in der Gruppe; derzeit üben wir 10 Suburi, vom einfachen Schwingen des Bokken während des Gehens, über den Wechsel der veschiedenen Kamae (Stellungen) bis hin zu höchst komplexen Bewegungsabläufen.
»»Taigi: siehe oben

»Randori: Freier Umgang mit dem gleichzeitigen Angriff mehrerer Uke (um mehrere Angreifer geistig und körperlich so führen zu können, daß keinem Beteiligten ein Schaden zugefügt wird, bedarf es einer weit entwickelten Entfaltung der Wahrnehmung und Präsenz).

Aikido ist kein(e)

»Wettkampfsport
   Es gibt keine Wettkämpfe, Turniere, oder Meisterschaften. Wir treffen uns aber mit Aikidoka aus anderen Schulen auf Seminaren und Lehrgängen, wo wir gemeinsam üben.

»Wellnessprogramm

   Aikido ist nicht dazu geeignet, am Feierabend 'mal eben "die Seele baumeln zu lassen". Es erfordert unsere ganze Aufmerksamkeit und Wachheit, und will uns eher dahin bringen immer unser Allerbestes zu geben, als dass es Abschalten und -hängen fördert.

»Fitnesskurs
   Die Übungen werden zunächst in langsamen Tempo ausgeführt, bis sie richtig verstanden und korrekt sind. Das erfordert vor allem Geduld, Aufmerksamkeit, und den Willen zu lernen. Später, wenn eine gewisse Routine entwickelt wurde, kann Aikido sehr dynamisch und damit auch schweißtreibend werden - jedoch kehren auch die Fortgeschrittenen immer wieder zum langsamen Üben (Kaisho) zurück.

»Selbstverteidigung
   Selbstverteidigung ist nichts anderes als die legalisierte Anwendung von Gewalt, wenn man/frau das nicht als erste(r) tut. Selbstverteidigungssysteme arbeiten mit den gleichen, wenn nicht mit brutaleren, Mitteln wie der Angreifer - da wird geschlagen, gestoßen, getreten, gewürgt, etc. bis zu Kampfunfähigkeit, mehr oder weniger schwerer Verletzung, oder gar bis zum Tod. Aikido lehrt uns hingegen, gefährliche Situationen früh zu erkennen, zu deeskalieren, Kampf zu vermeiden.

»Actionfilmszene
   Zwar gibt es Actionfilme, in denen auch Aikidotechniken (oder ähnliche Techniken aus dem Ju Jitsu) eingebaut wurden. Dabei muss jedoch klar sein, dass solche Techniken in Filmen immer speziell zugunsten ihrer optischen Wirkung aufgearbeitet werden, damit sie möglichst spektakulär (brutal) wirken. Das gilt übrigens für alle Kampfkünste, die in Filmen vermarktet werden, nicht nur für Aikido. Noch fragwürdiger als die brutalisierende Aufarbeitung von Aikidotechniken in diesen Filmen ist jedoch der Kontext, in den sie gestellt werden. Bereits viele Filmtitel (Über dem Gesetz, Tödliche Rache, Draußen zum Morden) sagen das Gegenteil dessen aus, was die Kampfkunst Aikido uns lehren will: Das Nicht-Kämpfen, unsere persönliche Weiterentwicklung wie die der ganzen Menschheit, Frieden und Liebe.

Bei den Trainingsterminen sind Fortgeschrittene anwesend, die Anfängern unterstützend zur Seite stehen.

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