|
|
Im Aikido, wie in anderen asiatischen Kampfkünsten auch, wurde und wird bis heute üblicherweise die Befolgung eines ganzen Katalogs von durch die japanische Tradition geformten Regeln erwartet. Koichi Tohei Sensei, einer der großen Modernisierer des Aikido, sagte jedoch immer dass die Zukunft des Aikido im Westen liege. Damit deutete er darauf hin, dass beide Welten, die meditativ-östliche und die analytisch-westliche, im Aikido verschmelzen müssen, um es zu einer zeitgemäßen Bewegungskunst zu transformieren – Bewegung sowohl körperlich als auch geistig verstanden. Wenn wir diesen Weg konsequent gehen wollen, bleibt kein Platz für harte Hierarchien und mittelalterliche Verhaltensweisen, ebenso wenig wie für einen Ausschließlichkeitsanspruch.
Daher reichen uns sechs einfache Regeln bzw. Rituale, sowie die allgemeinen sozialen Verhaltensweisen wie sie unter respektvoll miteinander umgehenden Menschen sowieso üblich sind, um in einer kreativen und harmonischen Trainingatmosphäre üben zu können. Allein wichtig sind gegenseitige Unterstützung, Dankbarkeit für unsere Existenz und der Wille zu lernen.
Erscheine möglichst immer so pünktlich, dass du 5 Minuten vor Beginn des Trainings bereit bist die Matte zu betreten.
Verbeuge dich beim Betreten und Verlassen des Übungsraumes (Dojo), und zu Beginn und am Ende jeder Trainingseinheit erst zusammen mit dem Lehrer (Sensei) zur Frontseite (Shomen) des Übungsraumes, danach zum Lehrer.
Wenn du zu spät zu einem Training erscheinst warte am Mattenrand bis der Lehrer dir signalisiert dass du am Unterricht teilnehmen kannst.
Sage dem Lehrer bescheid, falls du die Matte während der Trainingszeit aus irgendeinem Grund verlassen musst.
Falls du dich einmal überanstrengt haben solltest und dich ausruhen musst, sage ebenfalls dem Lehrer bescheid.
Beschränke dich darauf deinem Übungspartner kurze Tipps zu geben, sofern das notwendig ist; wenn der Lehrer möchte dass du weitergehend assistierst, wird er es dir sagen.
Diejenigen, die für sich selbst das Verlangen nach formellerer Übung haben, finden ein reiches Feld an Möglichkeiten im Otomo Training. Wer diese Art des Trainings beginnen möchte, kann das nach Absprache mit dem Lehrer tun; doch beachte unbedingt, dass du dieses Training für dich selbst machst, und erwarte nicht von Anderen dass sie denselben Weg gehen müssen – es gibt viele Wege, und jede(r) muss seinen eigenen selbst finden. |
 |